10 Jahre später

Ich höre draussen dieses Kinderlachen, das sich über die Jahre abends so rar gemacht hat, und es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen. Ein Frühsommerabend mitten im April, als wir uns alle versammelten und mit unserer Riesen-Altersdifferenz (glaubten wir auf jeden Fall damals) als Innenstadtgang unsere Spiele spielten. Räuber und Bullen, Fangis und Versteggis, wo es nicht selten zu Unfällen kam, doch eines war klar, sobald Mama es wieder erlaubte, ging die Post ab. Ich fühlte mich so erwachsen, als ich das erste Mal abends bis um 8 Uhr raus durfte. Meist war der Gemsbrunnen Treffpunkt, und je mutiger wir wurden, desto öfter kamen wir auch mal „pflötschnass“ nach Hause! Wer will denn schon auf den Sommer warten? –Und ab in den Brunnen!
Wir gingen alle in denselben Kindsgi und wurden im Peters stets von einem vertrauten Göttigesicht empfangen. Diese Freundschaften und Hobbies, die wir zusammen entwickelten, waren nicht mehr wegdenkbar. Man erwähne als Beispiel den Kinderzolli, den Weihnachtsapéro oder das Sommerzmorge. Und dann kam die OS, alle wurden verstreut. Alle bekamen neue Freunde und gingen ihren eigenen Weg. Nicht viele der Freundschaften gibt es noch – häufig sieht man sich und lächelt sich schlicht zu – oder da kommt gar nichts mehr. Wir alle sind beschäftigt mit Schule und Zeitstress, haben so schon genug um die Ohren. An Quartiervereinsanlässen sieht man nur noch vereinzelte von uns, die sich dann irgendwie frustriert nach ein-zwei Stunden aus dem Staub machen. Die Innenstadt wird von der neuen, kleinen Generation übernommen, ja es schwingt ein klein wenig Melancholie mit, wenn ich sie spielen höre und mich frage, wieso wir nicht mal wieder alle zusammen grillen oder etwas trinken, anstatt alle einzeln 10 bis 300 Meter voneinander entfernt vor dem Fernseher zu sitzen.

3 Gedanken zu „10 Jahre später

  1. Treffen organisieren und wie früher loslegen Ich würde halt mal eine richtige Ehemaligensache machen und alle zusammen bringen, die da mal eine Bande gewesen sind. Es hat ja vielleicht sogar noch irgendwo die alten Spielsachen. Vielleicht sind viele der gross oder grösser gewordenen Spielkam halt auch ein bisschen schüch und denken doch gleich. Meistens kommt dann alles andere von selbst. Zum Beispiel sitzt seit Jahren der Basketballkorb im Rosshof hinter Gittern. Hat wohl lebenslänglich, wenn ihn nicht jemand begnadigt.
    Vielleicht kann ja der Quartierverein mal Lääbe in die Sache bringen.

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  2. auch mich freuts sehr dass es hier wieder Kinder hat, die Balle spielen und die Ruhe etwas fröhlich durchbrechen. Ich schliesse mich der Idee vom Rosshöppeler an: ein ehemaligen Treffen – vielleicht am jährlichen Brunch vom Quartierverein? Dieses Jahr am 21. August. Wär doch was.

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