Sexueller Kannibalismus am Kohlenberg

Freitagabend gegen 22 Uhr. An der Wand des Lohnhofs neben dem Birds Eye am Kohlenberg: Eine Mantis religiosa beim Freeclimbing. Schlimmste Befürchtungen werden wach. Weit und breit kein Mann.

Immerhin ist ihre Anwesenheit Beweis dafür, dass der Kohlenberg in Mitteleuropa liegt (oder ansteigt). Denn in Wikipedia heisst es:

 

Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende Vertreterin der Ordnung der Fangschrecken (Mantodea). In Deutschland ist sie in der Roten Liste der Geradflügler[1] (Rote Liste ) in die Kategorie 3 („gefährdet“) eingruppiert und genießt nach den Bestimmungen des Bundes-Naturschutz-Gesetzes (BNatSchG) in Verbindung mit der Bundes-Artenschutz-Verordnung (BArtSchV) besonderen Schutz. Deshalb darf sie u. a. weder gefangen noch gehalten werden.“

Wir haben sie nicht gefangen, sondern in der Wand hängen lassen.

Nicht alle Lebewesen, die man spät abends am Kohlenberg antrifft, sind noch Geradflügler und manche eher auf der Blauen Liste. Wir wundern uns aber noch immer, was die Dame mit ihren grossen Augen am Kopfdreieck an dieser unwirtlichen  Wand gesucht hat und fragen bang, wo ist der Mang?

Vielleicht ist die Mantis nur Jazzliebhaberin und kam zwischen zwei Sets im Birds Eye mal wieder raus an die frische Luft. Oder aber sie sucht sich ein altes Instrument, um ihr Männchen zu beweinen. Denn in Wikipedia heisst es:

„Wie auch bei anderen Fangschreckenarten kommt es gelegentlich vor, dass das Weibchen von Mantis religiosa vor, während oder nach der Paarung das Männchen auffrisst. Dies konnte unter anderem durch Freilandstudien bestätigt werden.“

Und liefert gleich ein Bild:

 E Guete. 

Manche Männchen würden übrigens eine Art Balztanz aufführen, um nicht in die oben abgebildete ziemlich unangenehme Situation zu kommen. Bei gewissen Spinnenarten sollen sich die Männchen retten, indem sie einfach einen (von zwei) Penis zurück lassen. 

Die Gottesanbeterin am Kohlenberg sieht eigentlich sehr gut ernährt aus. Wir befürchten, dass sie ihren Mann schon mit Senf und Haar aufgegessen hat. Das war wohl auch der Grund, warum sie eher Mühe hatte, die Wand hoch zu kommen, obwohl es doch viele Griffe gegeben hätte. Mit vollem Bauch studiert sich nicht gern, sagten früher die Lateinschüler (als es die noch gab) in feinstem Küchenlatein: plenus venter non studet libenter. Mit Klettern ist da auch nicht viel. 

 Wir vermuten, es gab einen Fall von sexuellem Kannibalismus am Kohlenberg. Wer hätte das gedacht?

Ein Gedanke zu „Sexueller Kannibalismus am Kohlenberg

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