Obszöne Geste an Basels Gäste

Am Donnerstag haben zwei Kinder – das ist nicht erfunden – vor dem Tarzan-Schaufenster am Spalenberg auf diesen Zwerg gezeigt und ihre Eltern gerufen.

TTarzan

Die Kinder waren sich einig und darüber empört, dass dieser rote Kerl eine Geste macht, die man nicht machen darf. Das haben sie in der Schule oder zu hause gelernt. Tatsächlich gilt der „Stinkefinger“ als beleidigend und noch viel mehr, wie hier erzählt wird. Man weiss, dass Fussballer ziemlich in den Regen geraten, wenn sie den Mittelfinger recken. Am Schlimmsten kommt es dann, wenn es gegen die Fans des eigenen Clubs geschieht. Und man darf das – da haben die Kinder Recht – auch auf der Strasse nicht. Eben hat sich in Bern um die unanständige Fingerstellung beim Selfie mit Hollande einiges abgespielt. Fakt ist, die Geste gilt als obszön und beleidigend.
Möglicherweise (und im schlimmsten Fall) ahnungslos setzt das Baudepartement selbst einen drauf und verwendet den gleichen Zwerg in einer Plakatkampagne unter dem Titel „Fair im Verkehr“, die Verkehrsdiziplin und gegenseitige Toleranz fördern will.

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Das merkt man allerdings erst, wenn man lange davor steht und begriffen hat, dass man den Textstreifen

IM VERKEHR IST: VORLASSEN

mit dem IN auf des Zwerges Brust zusammen lesen muss. Kommt dazu, dass wir „VORLASSEN“ bisher nicht in unserem Verkehrsdeutsch hatten. Es tönt ein wenig nach REINLASSE.

Pikant am plakativen Werben: Den Sinn des Ganzen können nur Fussgänger, die  viel Zeit haben, erfassen. Oder Leute, die im Vorbeigehen den QR-Code mit dem Handy entziffern.

Hier am Heuberg dürfen die Velo Fahrenden, ihr Fahrzeug mit Füssen tretend und erst recht die Elektrischen, mit satten 20 Kilometern den Abschwung nutzen, denn hier ist eine „Begegnungszone“ signalisiert, wo das erlaubt ist. Wer aber so im Schwung ist wird nicht schnallen, dass der magentarote Zwerg ihm oder ihr etwas verkünden will, sondern das Ganze mit „Fair im Verkehr“ für eine neue Aidskampagne halten. Von den wenigen hier übrigens meistens sehr vorsichtig Auto Fahrenden schon gar nicht zu reden. Nicht die Velofahrer, sondern die Fussgänger sind die Zwerge, die Rücksicht nehmen müssen, findet wohl das Amt für Mobilität.

Der eigentliche Skandal der Kampagne ist der Zwerg auf der Rückseite des Plakatständers.

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Er soll uns ziemlich kompliziert verklickern, was OUT ist und auch hier steht das als

IM VERKEHR IST: VORPRESCHEN

Unmöglich ist die Geste, mit der der Fussgänger das unterstreicht. Das ist ein No Go, wissen schon die Kinder.

StinkiAus 27.05.2015 13-40-46.2015 13-40-46Cäsar 27.05.2015 13-41-14

Unverständlich, warum man nicht einfach den Zwerg das Cäsaren-Zeichen mit dem Daumen nach unten machen liess, entsprechend dem Bild auf der IN-Seite. Der Stinkefinger des Zwergs gehört überklebt. Nicht nur wegen der Kinder, die in der Schule und zuhause lernen, dass unanständig ist, was da eine staatliche Erziehungskampagne aufführt. Es sollten ja auch Besucherinnen dieser Stadt keinesfalls den Eindruck nach hause tragen, hier sei man wirklich nicht mehr bei Sinnen. Von den Quartierbewohnerinnen und den Kindern im Quartier gar nicht zu reden…

Was das Amt für Mobilität mit der Aktion eigentlich will, steht hier

Man kann 20 der Zwerge leider auch gewinnen. Vielleicht sollte man sie einfach entsorgen.

Die Stadt wird von diesen Kerlen da wimmeln, wenn man sie nicht vorher entsorgt. Bild Baudepartement/Mobilität

4 Gedanken zu „Obszöne Geste an Basels Gäste

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