Wenn nur die Velofahrer auch kapierten…

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Zufrieden mit dem Funktionieren des neuen Verkehrsregimes in der Innerstadt geben sich Bau- und Verkehrsdepartement ( RR HP Wessels) sowie das Justiz- und Sicherheitsdepartement (RR B. Dürr) heute in einem Communiqué. Nur die Velo Fahrenden sind noch ein Problem. Da stimmt die Wahrnehmung der Verwaltung mit jener der Quartierbewohner/innen überein. Wörtlich heisst es:

“Ein Jahr nach Einführung des Verkehrskonzepts Innenstadt greifen die gewünschten Verbesserungen für Fussgänger, Velofahrende, Ladengeschäfte und Gastronomie. Das Konzept hat Raum für neue Nutzungen und Gestaltungen geschaffen. Das Verkehrsgeschehen entwickelt sich grundsätzlich im Rahmen der Erwartungen. Die Übertretungsquote der Velofahrer ist aber nach wie vor hoch.”

Alle hätten jetzt mehr Platz, heisst es in der Mitteilung, auch die Velofahrer kämen besser in die Innerstadt. Die wiederum sei jetzt qualitativ verstärkt: Dank “neuem Kleid aus Alpnacher Quarzsandstein

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und geschliffenen Kieselwacken”.

Sanieren und neu gestalten. Wettbewerb für Rümelinsplatz

Einiges soll neu werden: Aber nur im Rahmen von “Sanierungsmassnahmen”. Das “Gestaltungskonzept” greift weiter:

“In den nächsten fünf Jahren sollen gemäss dem Gestaltungskonzept Innenstadt unter anderem die Greifengasse, die Freie Strasse und die Rheingasse im Zuge der ohnehin nötigen Sanierungen von Leitungen und Strassenbelag umgestaltet werden. Für den Rümelinsplatz und den Claraplatz werden Wettbewerbe unter Einbezug von Interessensvertretern neue Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen.”

Die Quartierbevölkerung wird als zufrieden, die Begleitgruppe als wirkungsmächtig geschildert. “Kleine” Verordungsanpassungen hätten halt viel erreicht.

Die Anwohnerinnen und Anwohner sind mit dem markanten Rückgang des Autoverkehrs in der Innenstadt weitgehend zufrieden. Auch die meisten Anliegen der Gewerbetreibenden konnten nach intensivem Austausch in der Begleitgruppe zufriedenstellend erfüllt werden. Hier wurde mit kleinen Verordnungsanpassungen viel erreicht.

 

Mehr Velos in der Rheingasse statt am Ufer – entspannteres Flanieren

Die neuen Verkehrsregeln sollen auch zu neuen Gewohnheiten geführt haben. Die Velo Fahrenden stören die am Rheinufer Flanierenden weniger, könne man beobachten.

Erste vergleichende Erhebungen zeigen, dass bis zu einem Viertel mehr Fussgänger durch die Freie Strasse gehen, während der Veloverkehr vor allem in der Rheingasse, auch bedingt durch die Einführung des Velogegenverkehrs, deutlich zugenommen hat. Dies entlastet das Kleinbasler Rheinufer und schafft dort mehr Raum für entspanntes Flanieren. Ebenfalls mehr Velofahrende nutzen die Hammerstrasse, die seit einem Jahr auf voller Länge im Velogegenverkehr befahren werden kann. Vom Autoverkehr nahezu befreit sind die Mittlere Brücke sowie die Rheingasse.

 

2000 Fahrzeuge pro Tag

Erstmals gibt es auch Zahlen zu erteilten Bewilligungen.

2015 hat die Motorfahrzeugkontrolle insgesamt rund 10‘000 Zufahrtsbewilligungen in die Kernzone der Basler Innenstadt ausgestellt. Diese unterteilen sich in rund 8‘250 Kurz- und 1‘750 Dauerbewilligungen. Über 1‘100 der Dauerbewilligungen sind auf Anwohnerinnen und Anwohnern ausgestellt. Darüber hinaus haben Gehbehinderte, Mitarbeitende von Hauspflegediensten, Sicherheitsdienstleister, Marktfahrer und Zubringer von verderblichen Waren Dauerbewilligungen bezogen. Durchschnittlich haben rund 2‘000 Fahrzeuge pro Tag berechtigten Zugang zur Kernzone der Basler Innenstadt. Dies bewegt sich im Rahmen der Erwartungen.

 

Aber die Velofahrer haben es noch nicht kapiert

Aufgrund einer Kontrolle an 662 Fahrzeugen über 12 Tage schliesst die Polizei auf das allgemeine Verhalten über das Jahr. Mehr als die Hälfte der Velofahrenden halten sich nicht an die Vorschriften. Ihnen wird jetzt auch noch am Boden aufgemalt, was da gilt. Und die “Kontrolldichte” der Kantonspolizei bleibe nach wie vor “hoch”…. (Da reiben sich manche doch die Augen. Sie hatten die „dichten“ Kontrollen wohl völlig übersehen. Oder ist das nich so wörtlich gemeint?):

Das Verkehrsgeschehen in der Kernzone der Innenstadt hat sich weitgehend eingespielt: Koordinierte Verkehrskontrollen der Kantonspolizei Basel-Stadt im Oktober zeigten, dass im Vergleich zur letzten Aktion im Juli dieses Jahres die Verkehrsregeln besser eingehalten werden. Über 12 Tage wurden insgesamt 662 Fahrzeuge, davon 316 Velos, kontrolliert. Nur noch 14 Prozent der kontrollierten Auto- und Motorradfahrer fuhren unberechtigt in die Kernzone. Aber rund die Hälfte der in der Kernzone kontrollierten Velofahrenden verhielten sich nicht korrekt, insbesondere in die Freie Strasse und am Spalenberg. An zentralen Stellen werden Velofahrer deshalb mit zusätzlichen Bodenmarkierungen und Signalen darauf aufmerksam gemacht, in welchen Bereichen sie fahren dürfen und wo sie ihr Velo schieben müssen. Die Begegnungszonen der Innenstadt werden ebenfalls mit Bodenmarkierungen versehen, die auf die Tempobegrenzung von 20 km/h aufmerksam machen. Auch bleibt die Kontrolldichte der Kantonspolizei hoch.

 

Poller runter per QR-Code und Telefon ins Hotel

Neues auch zu den jetzt aufgestellten Pollern am Spalenberg. Sie werden ja am 4. Januar in Betrieb genommen und  in einjährigem Pilotversuch zeigen, ob auch hier klappt, was in anderen, allerdings meist grösseren Städten schon lange funktioniert:

Anfang Januar 2016 startet auf Höhe der Rosshofgasse am Spalenberg ein einjähriger Pilotversuch mit Pollern, der dort die Zufahrt in die Kernzone regelt. Die Anwohnerinnen und Anwohner und weitere Berechtigte können mittels QR-Code auf ihrer Zufahrtsbewilligung die Poller einfach senken und erhalten so Zufahrt. Hotelgäste des Teufelhofs setzen sich mit der Sprechfunktion an der Bediensäule der Polleranlage mit ihrem Hotel in Verbindung, das ihnen die Zufahrt öffnen kann. Die Rettungsdienste bedienen die Poller mittels Funk oder eines Schlüssels. Aufgrund der Erfahrungen aus dem Pilotversuch wird der Grosse Rat über die Einführung eines Pollersystems in der Basler Innenstadt entscheiden.

Wir sind gespannt.

Die ganze Mitteilung steht hier.

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