Ohne Hauptpost ab Ende 2018?

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Gestern abend an der Rüdengasse. Wartezeit 03 Minuten.

Oh Schreck: Die Schweizerische Post AG will im Rahmen der Redimensionierung ihres Poststellen-Netzes auch Basels schöne Hauptpost an der Rüdengasse schliessen, respektive durch ein stark verkleinertes Angebot, vor allem für die Bedürfnisse der Geschäftskunden ersetzen. Die Versorgung der Innerstadt sei mit Elisabethen, Spalen und Clara ausreichend gewährleistet. Da werde man das Angebot sogar noch ausbauen, liess die Post verlauten. Immer weniger Dienstleistungen würden in Anspruch genommen, die Zahl der Paketabholungen ist dramatisch gesunken, die Postfächer sind nur teilweise belegt, weniger Einzahlungen werden am Schalter getätigt. Zudem ist die Post in diesem edlen Haus eingemietet und sieht sich offenbar auch deutlich höheren Mietzinsforderungen gegenüber… Besonders bei den grossen Kunden soll es starke Mengenrückgänge gegeben haben. Dafür ist die Hauptpost ein Grund mehr, überhaupt in die Stadt zu kommen: Offenbar erledigen viele Auswärtige bei einem Stadtbesuch auch noch Postgeschäfte. Mit dem Wegfall der Hauptpost fällt eine Attraktion mehr weg, in die Innerstadt zu pilgern.

Eine Poststelle, die weniger Umsatz hat, ist gefährdet: Doch ist die Hauptpost einfach eine Poststelle wie jede andere? Nein, finden manche. Schon als historisches Gebäude nicht. Auch das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt des Kantons Basel-Stadt (WSU) ist mit der Absicht der Schweizerischen Post AG, die Hauptpost in Basel zu schliessen, nicht einverstanden. „Die Hauptpost ist ein Wahrzeichen von Basel mit grossem emotionalen Wert und für die Innenstadt wichtigen Funktionen.“  Deswegen wird der Kanton Basel-Stadt bei der Postkommission den Entscheid zur Überprüfung anmelden, heisst es in der Medienmitteilung aus dem Departement Brutschin.

Der Schweizerischen Post AG sei bereits mitgeteilt worden, dass das WSU als zuständiges Departement aber auch der gesamte Regierungsrat mit der Schliessung der Post Basel 1 nicht einverstanden ist. Auch der Stadtvorstand (eine Art Präsident(inne)konferenz der Quartiervereine), in dem unser Quartierverein vertreten ist, hat sich gegen die Schliessung der Hauptpost gestellt.

„Das Gebäude aus Sandstein entstand 1376 bis 1378 als Kaufhaus und wurde anlässlich des Umbaus zum Postgebäude im Jahr 1853 an die Freie Strasse versetzt. Allein deshalb ist die Hauptpost mit ihrer hochwölben Schalterhalle ein Wahrzeichen von Basel, das es als solches und mit seiner aktuellen Funktion zu erhalten gilt. Aus diesen Gründen wird der Kanton Basel-Stadt, gestützt auf § 34 der Postverordnung VPG, bei der Postkommission  PostCom den Entscheid der Schweizerischen Post AG zur Überprüfung anmelden“, heisst es in der baselstädtischen Medienmitteilung. Die Post ist allerdings nicht Inhaberin, sondern Mieterin der Immobilie.

Und hier berichten andere:

Die Basler Zeitung. Mit um Freitag 07.50 bereits 75 Kommentaren.

Die BZ Basel und die TagesWoche.

Und Peter Knechtlis Onlinereports.

Und das Regiojournal.