Rümelinsplatz I: Entschleunigt

Gleditschien und Bsetzi: Die Visualisierung. Einiges wird noch überdacht und vielleicht anders werden. Den Belag gibt es so gar nicht. Aber Rheinwacken sollen es werden: „möglichst rollstuhlgängig“

Die Ausstellung der Beiträge zum Wettbewerb Neugestaltung Rümelinsplatz hat am Sonntag geendet. Am Montag, dem 3. April,  haben die zuständige Projektleiterin Friederike Meinhardt vom Planungsamt/Baudepartement und Vertreterinnen des Vereins Instandbelebung Rümelinsplatz  sowie Mathias Böhm von Pro Innerstadt dargelegt, warum „Platzlichtung“ des Berliner Büros Franz Reschke Landschaftsarchitektur von der Jury zum Sieger ausgewählt worden war.

Zum Anlass in den Räumen des Baudepartements an der Dufourstrasse, wo schon früher Basler Nachrichten ihren Ausgang nahmen, war eine stattliche Zahl von Zuhörerinnen und Zuhörern und Fragen Stellenden, aus dem Kreis der Anwohner und Anwohnerinnen, Hausbesitzenden, Geschäftsleuten, Vertreterinnen und Vertreter interessierter Organisationen und ein Hoteldirektor erschienen.

Um den Platz sorgen sich viele. Nicht alle haben die gleiche Meinung darüber, was gut für ihn wäre.

Kurz zusammengefasst ergibt sich etwa folgendes Bild:

  • Der Platz soll so gestaltet werden, dass er „entschleunigt“: Vom Durchgangsort zum „Flanierplatz“ heissen Parole und Ziel. Das soll zum Beispiel durch die Wahl des Bodenbelags erreicht werden. Flächendeckend Rheinwacken, wohl teilweise oder durchwegs aufwendig abgeschliffen, markieren „Altstadt“.
  • Die bestehenden Bäume werden beseitigt. Statt zwei Ginkgos und 50jährigen Linden stehen acht Gleditschien (Falsche Christusdorne oder Lederhülsenbäume) ab 2022 auf der „Platzlichtung“ .
  • Lange steinerne, beidseitig besitzbare „Stadtsofas“ durchmessen grosse Teile des Platzes. Sie haben „Mauercharakter“ (Meinhardt) und sind damit eigentlich nicht verschiebbar. Sie sind aber 2022 vielleicht an einem anderen Ort als auf dem Bild, wie dies auch für anderes gilt.
  • Der Schwarzbelagstreifen wird vom Spalenberg wohl in die Schnabelgasse weiter geführt, auch in der Münzgasse wird es ihn geben. Der Rümelinsplatz aber soll auch belagmässig zum Flanieren einladen – oder Eilige stoppen?
  • Die Veloparkplätze sind dezentral verteilt. Auch an der Münzgasse soll es welche geben. Velofahrer/innen tendieren ja ohnehin zu wildem Parken. Auf den Visualisierungen sieht man keine Velos.
  • Es werden noch einige Dinge genauer angeschaut und – verändert werden müssen. Auch die Frage der Beläge will man prüfen und die beste Variante wählen (abgeschliffenste?).
  • Auf die heute von der GGG als Lager genutzte Tiefgarage wird man Rücksicht nehmen müssen. Ihre Dimensionen sind offenbar nicht genau bekannt oder besser: es gibt keine Pläne.  Man darf auf Überraschungen gefasst sein. An einigen Orten bleiben nur wenige Zentimeter für „Belag“.
  • Geld hat man noch keines für die Aufgabe. Das muss der Grosse Rat sprechen. 2019 wird er einen Ratschlag von der Regierung bekommen. Dann wird man mit dem Bau – zuerst der Sanierung der angeblich futschen Leitungen – beginnen und (mit grösster Rücksicht: versprochen!) verfahren und dabei auch auf den Warenlift der GGG-Bibliothek Rücksicht nehmen. 2022 wird alles fertig sein. So der Plan.

Die Diskussion war lebhaft, es gab einige Skepsis, ob und wie der Platz in Realität funktionieren wird. Aber auch Zustimmung. Der Verein Instandbelebung Rümelinsplatz als auch Pro Innerstadt waren in der Jury vertreten. In der Begleitgruppe wird das ebenfalls so sein. Dort wird nun auch für den (in der ersten Jury nicht vertretenen) Quartierverein Dagmar Vergeat, Präsidentin, Einsitz nehmen.

 

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