Rümelinsplatz II: Aadie Ginkgos

An der Informationsveranstaltung an der Dufourstrasse zum Wettbewerb Rümelinsplatz wurde auch klar, dass der bestehende Baumbestand – ein Ginkgo-Paar (Männ- und Weiblein) sowie Linden  – neuen Bäumen weichen muss.
Zur Aufgabenstellung (Bericht des Preisgerichts Seite 6) hatte es zwar geheissen:

„Grün: Der Baumerhalt hatte grundsätzlich oberste Priorität. Bei einem überzeugenden übergeordneten Gestaltungskonzept wurde den Wettbewerbsteilnehmern jedoch die Möglichkeit eingeräumt, einzelne Bäume zu entfernen. Der Ersatz war im Projekt auszuweisen und zu erbringen…“

Auch Antworten auf Fragen an Radio Eriwan beginnen mit einem „Grundsätzlich…

Das Berliner Siegerprojekt sieht acht eigentlich in den USA beheimatete Lederhülsenbäume oder Gleditischien statt des Ginkgo-Paars hinter dem Brunnen und den gut 50jährigen Linden vor der Schmiedenzunft vor. Die Ginkgos sollen – so Friederike Meinhardt – in so schlechtem Zustand sein,  dass man sie ohnehin bald hätte ersetzen müssen.*
Läuse wiederum lieben Linden, weshalb sie so klebrig tropfen. Was man – wie schon am Barfüsserplatz mit einer Robinie – gar nicht gern hat, wenn man darunter was zum Sitzen aufstellt. Das allerdings wäre schon bei der Ausschreibung bekannt gewesen.
2010 wurden am Barfüsserplatz solche Hülsenfrüchtler aus Trumpanien  gepflanzt, allerdings nach ziemlich aufwendiger Vorbereitung, wie hier berichtet wird. Die Bäume der Art Unterart „Skyline“ der Gleditsia triacanthos werden 15 bis 20 Meter hoch, und sollen ein breites, allerdings durchlässiges Laubdach bilden und im Herbst schön gelb werden. Wofür allerdings gerade auch Ginkgos gelobt werden.

Auch am Auberg hat es eine Gleditschie:

Die Dornen am Stamm haben dem Baum auch den Falscher Christusdorn eingetragen. Foto Peter Strub

Läuse mögen Gleditschien nicht und darum wird es darunter auch nie klebrig. Dafür fallen Lederhülsen herunter, deren Samen man – Hotel Basel aufgepasst! – zum Saucen Verdicken verwenden kann.

Die Gründe aus Berlin waren offenbar so überzeugend, dass gerade alle Bäume über Bord oder sonstwas geworfen werden durften. Seither sind die Ginkgos sterbenskrank.

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Auch Ginkgoblätter werden schön gelb und können wie dieses auf dem Bild hier (echt Rümelinsplatz) hübsch recycliert werden.

Vielleicht ist es so was von altmodisch und retro, an Bäumen zu hängen, an die man sich gewöhnt hat und wie Freunden begegnet. Und 2022 ist ja auch noch fern.

* Man wünscht den Ginkgos das gleiche Wunder, das die Bäume auf dem Leonhardskirchplatz erleben durften: Vor gut 15 Jahren war geplant, diesen Platz neu zu gestalten und unter anderem den Baumbestand zu ersetzen. Denn die Bäume seien schwer angeschlagen. Dann hat man mit guten und vernünftigen Gründen auf den Plan verzichtet und siehe da, die Bäume haben sich wieder schön erholt.

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