Regierung lässt Ginkgos fällen

Die Basler Regierung lässt sich von der von mehr als 2100 Menschen unterschriebenen Petition des Quartiervereins Lääbe in der Innerstadt , die den Erhalt der vier Bäume auf dem Rümelinsplatz – zwei Ginkgos, zwei Linden – gefordert hatte, nicht völlig erweichen. Wie den  Kurzmitteilungen aus der Regierungsratssitzung vom Dienstag zu entnehmen ist,  will sie wenigstens die beiden Ginkgos beim Brunnen fällen lassen. Sie glaubt, das Anliegen der Petitionäre und Petitionärinnen sei im Soweit-Möglichen insofern berücksichtigt, als nun „zumindest“ die beiden Linden stehen gelassen würden. Obwohl die als sehr widerstandsfähig geltenden Ginkgos gesund sind und auch diesen Herbst mit ihren berühmt gelben Blättern imponiert haben, müssen sie den Plänen der „Franz Reschke Landschaftsarchitekten“ weichen. Warum man auch alle stehen lassen könnte, hatte der Quartierverein ausführlich hier begründet und in kurzer Zeit breite spontane Unterstützung gefunden.

13. September 2017. Übergabe der Petition mit über 2100 Unterschriften im Rathaushof: Staatschreiberin Barbara Schüpbach-Guggenbühl mit den Unterschriftenbögen, die ihr Christian Bühler (links), Grossrätin Catherine Alioth und Urs Preisig (rechts) als Delegierte des Quartiervereins übergeben hatten.

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Die beiden Ginkgos hinter dem Brunnen am Rümelinsplatz sollen fallen, findet die Regierung.

Das von der Jury favorisierte Siegerprojekt aus Berlin für die Neugestaltung des Platzes sieht Steinbänke, durchgehend Rheinwacken als Bodenbelag und als Bäume  die angeblich wegen ihres „lichten Schattens“ beliebten Gleditschien vor, obwohl dem „Baumerhalt“ in den Wettbewerbsvorgaben hohe Priorität zugeschrieben worden war.

Jetzt soll das Projekt vorangetrieben werden, immerhin „weiterhin“ unter Einbezug „interessierter Kreise“…

Hier der Ausschnitt aus den Mitteilungen:
Der Regierungsrat hat…

2018-02-28 00_16_20-Willkommen auf der Seite für die Medien - Kurzmitteilungen aus der Regierungsrat

Mit diesen Bildern wurde der Wettbewerb gewonnen. Das Berliner Ptojekt „Platzlichtung“ sieht  Gleditschien neben dem Brunnen. Steinbänke als Sitzgelegenheit und Rheinwacken am Boden vor.

Beim Brunnen ersetzen auf diesem Bild drei Gleditschien die zwei Ginkgos.

In der Mitteilung aus dem Regierungsrates werden die Ginkgos nicht erwähnt, sondern nur betont, dass man das Anliegen der Petition integriert habe und nun zwei Linden stehen lasse. Dank dieser Formulierung wird in den Medien die Nachricht denn schon auch mal als Erfolg des Quartiervereins und seiner Petition vermittelt. Die allerdings hatte den Erhalt aller vier Bäume gefordert.

In der Tages-Woche wird online so berichtet. Hier steht auch ein Kommentar von Christian Bühler, Vorstandsmitglied des Quartiervereins:

„Noch ist nichts gegessen.
Die Petenten forderten den Erhalt aller 4 Bäume.
Die Petitionskommission hat sich noch nicht mit der Petition befasst.
Christian Bühler
Vorstandsmitglied QV Lääbe in der Innerstadt“

Von Bäumen am Rümelinsplatz und Alten auf der Pfalz

In der Tages-Woche wird grad mehrfach von Bäumen geredet. Baumkenner (oder -flüsterer?) Peter Wohlleben findet, die Bäume am Rümelinsplatz seien doch nicht nur einfach Dekor. Kurz zuvor hatte sich Oberstadtgärtner Emanuel Trueb über die Sorgen mit den Alten ausgelassen. Auch ein altes Thema.

Ein wenig wie Cézanne am Rümelinsplatz

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Happy Birthday Peter Lottner

Heute Sonntag mit geblähten Lungen flott unterwegs auf der Tympanic.
Happy Birthday Peter Lottner, alles Gute.

Mehr Lärm in der Innerstadt: Planauflage

Mit einer Aufhebung der Lärmempfindlichkeitsstufe II in den Wohnzonen der Gross- und Kleinbasler Altstadt – innerhalb der Stadtmauern – soll die Boulevardgastronomie unterstützt werden. Das verlangte der Grosse Rat mit der Überweisung der Motion Mumenthaler im März dieses Jahres. Jetzt werden die Pläne aufgelegt, die zeigen, wie die Innerstadt nach der Radikalkur aussehen wird. Wo vorher noch gelbe Inseln waren, soll alles rot werden. Der Quartierverein Lääbe in der Innerstadt wehrt sich gegen diese radikale Veränderung.  Inzwischen hat es an der Rheingasse, dem wunden Punkt, auf den das Ganze eigentlich zielt, Verhandlungen und vorläufige Einigung zwischen den Stakeholdern – Anwohnerinnen und Anwohnern, Hotels mit Gästen und Gastrounternehmern – gegeben. Auch eine Möglichkeit, das Problem sozusagen demokratisch zu lösen.

Hier der Text der Medienmitteilung:

Der Grosse Rat hat den Regierungsrat im März 2017 beauftragt, den Lärmempfindlichkeitsstufenplan (LESP) im Bereich der inneren Stadtmauer Gross- und Kleinbasel flächendeckend der Lärmempfindlichkeitsstufe (ES) III zuzuordnen. Damit soll die Belebung der Innenstadt durch Boulevardgastronomie unterstützt werden. Die entsprechende Planauflage findet zwischen dem 20. November und dem dem 19. Dezember statt.

 

Der Lärmempfindlichkeitsstufenplan legt fest, wieviel Lärmimmissionen in einem Gebiet maximal zulässig sind. Der grösste Teil der Innenstadt befindet sich bereits heute in der für gemischt genutzte Gebiete üblichen Lärmempfindlichkeitsstufe III. Kleinere Teilgebiete z.B. am Nadelberg, Heuberg, Münsterplatz, Klingental oder an der Rheingasse befinden sich in der Stufe II, in der geringere Lärmimmissionen zulässig sind.

Mit der vorliegenden Planung soll die Innenstadt nun einheitlich der weniger empfindlichen Stufe III zugeordnet werden.

Die geplante Erhöhung der Empfindlichkeitsstufe führt in den betroffenen Gebieten zu mehr Spielraum für Lärmarten, für die im Bundesrecht Grenzwerte definiert sind, wie zum Beispiel Verkehrs- und Gewerbelärm. Die mit der Motion angestrebte Erleichterung für die Boulevardgastronomie und andere Nutzungen im öffentlichen Raum kommt indirekt zum Tragen:

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Einigung an der Rheingasse

Von einem „Friedensschluss in der Rheingasse“ berichtet heute Rahel Koerfgen in der „BZ Basel“. Anwohner und Gastrounternehmer, Hoteliers, Hauseigentümer/-innen und Anwohner/innen hätten sich darauf geeinigt, die derzeit eigentlich geltenden  Boulevardöffnungszeiten bis 22 h (so bis Do) und 23 Uhr am Wochenende, nun grundsätzlich um eine Stunde zu verlängern – auf 23 Uhr So bis Do und 24 Uhr Fr und Sa.
Die Motion Mumenthaler, die ebenfalls die Rheingasse im Fokus hat, dafür gleich alle Wohn-Gebiete mit LESII in der historischen Altstadt aufheben will, steht nun ziemlich quer in der Landschaft. Man könnte sie schlicht begraben.

Es braucht überall eine Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen, allenfalls konträren Interessen. Das kann dann – wie das Beispiel Rheingasse offenbar zeigt – zu tragbaren  Kompromissen führen. Man muss nicht gleich die ganze Stadt umfärben.

Was genau verhandelt worden ist und wo es noch hapert, wird vom Stadtteilsekretariat  Kleinbasel berichtet. Der Link dazu befindet sich hier.

Bänke unter den Linden am Andreasplatz

Die beiden Linden auf dem Andreasplatz bekommen schützende Sitz-Gesellschaft: Die Stadtgärtnerei bringt demnächst runde Bänke an (Bild: Visualisierung). Zum Schutz der Bäume und weil sie – das hören wir gern – „das gemütliche Verweilen erlauben“. So steht es im Orientierungsschreiben an die Anwohner. Die hintere Bank (Linde) darf von der Holzofenbäckerei genutzt werden. Sie hat sich im Gegenzug dazu bereit erklärt, die Bänklein zu putzen. Schönes Modell von PPP (Public Private Partnership). Vorbild für den Rümelinsplatz. Dort sollen die beiden Linden ja nicht zuletzt auch deswegen fallen, weil die (bereits vorhandene) runde Sitzgelegenheit immer so  klebrig werde.

Wohnen in der Altstadt: Künftig im roten Bereich?

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So also soll sie aussehen, die neue Lärmempfindlichkeitsstufenverteilung nach dem Rezept der Motion Mumenthaler. Keine gelben Wohnzonen mehr in der Altstadt mit Lärmempfindlichkeitsstufe II (links, wie bestehend), sondern alles durchwegs rot in der  LES III mit mehr Lärm. Die Motion von Stephan Mumenthaler (FDP), die vom Grossen Rat mit geschlossenen Stimmen der anwesenden SP überwiesen wurde, verlangt, dass der „Flickenteppich“ Altstadt in Sachen Lärmschutz vereinheitlicht und alles in die LE-Stufe III (rot) rechts  eingefärbt wird.

2017-10-23 17_51_21-Einladung_BVD_Infoveranstaltung LESP Innenstadt-1.pdf - Adobe Acrobat Reader DCGelbe Flicken darf es bereits in der St.Albanvorstadt, am St. Alban Rheinweg und gegenüber geben. (Obwohl man da ja vielleicht eine weitere Riviera bauen wird.) Gelbe lärmgeschützte LESII-Zonen gibt es natürlich auch in Riehen. Weiterlesen

Dienstag ab 19 Uhr: Hock

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Am Dienstagabend um 19 Uhr ist wieder Quartiervereins-Hock. In Dagmar Vergeats „Vorderem Orient“, Pfeffergässlein 20a. Tranksame steht bereit. Gemütlich und anregend. Für Gespräche mit anderen aus dem Quartier über schöne Erlebnisse, den prächtigen Herbst mit leuchtend gelben Ginkgo-Bäumen, stattlichen Linden, Bsetzi und ruchlose Pläne, die für Wohngebiete gedachte Lärmempfindlichkeitsstufe II nur noch in Riehen, nicht aber mehr in der Altstadt  weiterzuführen.

Restaurant Pinar feiert 26 Jahre

Die Herbergsgasse wurde am Sonntag zur echten Begegnungszone. 26 Jahre Restaurant Pinar wird gefeiert. Auch der Himmel lacht den Sazpinars. Wir freuen uns auf weitere 25 Jahre Gastlichkeit. Alles Gute. Das Quartier.