Mehr Lärm in der Innerstadt: Planauflage

Mit einer Aufhebung der Lärmempfindlichkeitsstufe II in den Wohnzonen der Gross- und Kleinbasler Altstadt – innerhalb der Stadtmauern – soll die Boulevardgastronomie unterstützt werden. Das verlangte der Grosse Rat mit der Überweisung der Motion Mumenthaler im März dieses Jahres. Jetzt werden die Pläne aufgelegt, die zeigen, wie die Innerstadt nach der Radikalkur aussehen wird. Wo vorher noch gelbe Inseln waren, soll alles rot werden. Der Quartierverein Lääbe in der Innerstadt wehrt sich gegen diese radikale Veränderung.  Inzwischen hat es an der Rheingasse, dem wunden Punkt, auf den das Ganze eigentlich zielt, Verhandlungen und vorläufige Einigung zwischen den Stakeholdern – Anwohnerinnen und Anwohnern, Hotels mit Gästen und Gastrounternehmern – gegeben. Auch eine Möglichkeit, das Problem sozusagen demokratisch zu lösen.

Hier der Text der Medienmitteilung:

Der Grosse Rat hat den Regierungsrat im März 2017 beauftragt, den Lärmempfindlichkeitsstufenplan (LESP) im Bereich der inneren Stadtmauer Gross- und Kleinbasel flächendeckend der Lärmempfindlichkeitsstufe (ES) III zuzuordnen. Damit soll die Belebung der Innenstadt durch Boulevardgastronomie unterstützt werden. Die entsprechende Planauflage findet zwischen dem 20. November und dem dem 19. Dezember statt.

 

Der Lärmempfindlichkeitsstufenplan legt fest, wieviel Lärmimmissionen in einem Gebiet maximal zulässig sind. Der grösste Teil der Innenstadt befindet sich bereits heute in der für gemischt genutzte Gebiete üblichen Lärmempfindlichkeitsstufe III. Kleinere Teilgebiete z.B. am Nadelberg, Heuberg, Münsterplatz, Klingental oder an der Rheingasse befinden sich in der Stufe II, in der geringere Lärmimmissionen zulässig sind.

Mit der vorliegenden Planung soll die Innenstadt nun einheitlich der weniger empfindlichen Stufe III zugeordnet werden.

Die geplante Erhöhung der Empfindlichkeitsstufe führt in den betroffenen Gebieten zu mehr Spielraum für Lärmarten, für die im Bundesrecht Grenzwerte definiert sind, wie zum Beispiel Verkehrs- und Gewerbelärm. Die mit der Motion angestrebte Erleichterung für die Boulevardgastronomie und andere Nutzungen im öffentlichen Raum kommt indirekt zum Tragen:

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Hund an Saurer Gurke

Wie haben wir uns im Quartierverein „Lääbe in der Innerstadt“ doch in verschiedensten Gremien, gross und klein, präsidial begleitet und auch nicht, darüber den Kopf zerbrochen, wie man den Marktplatz neu nutzen und die Würde des Münsterplatzes mit sinnvoller Gestaltung wahren und doch auch das eine oder andere Neue machen könnte. Jetzt kann man sagen: Das Ei des Kolumbus ist gefunden. Gestern stand es Kopf in der BZ und man glaubte an eine hochsommerliche Zuspitzung einfacher Ideen, aber heute stehts auch in der BaZ,  dann muss es ja wahr sein:

schlafenDie angeblich mal als Joggerin von einem Bernhardiner (Bild aus
http://www.mein-bernhardiner.de) gebissene SP-Grossrätin Tanja Soland hat das Ei auf der stumpfen Seite aufgeschlagen. In einem Anzug fordert sie, man solle doch das angeblich schöne Beispiel des Horburgparks vermehren und den Marktplatz und den Münsterplatz mit einem Hundepark ergänzen, wo Vier- und an sie angeleinte affine Zweibeiner sich sozusagen unter sich austoben können und die zum Beispiel am Nadelberg sonst oft fehlenden gelben oder so passend Ton in Ton braun gefärbten Säcklein immer griffbereit wären. Das würde endlich diese bekanntlich öden zum Teil nur vom ohnehin unhygienischen Handel mit meist toten Pflanzen und Lebensmitteln besetzten Plätze Weiterlesen

Schifflände verschoben

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Manchmal möchte man fast Polizist sein.

 

Als alles noch offen war:

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Und eine Pissart-Installation.

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Nutzungspläne für Innerstadt-Plätze: Das meint der Quartierverein

Hier heben wir ein Thema hervor, das uns besonders beschäftigt: Die Nutzung des öffentlichen Raums, insbesondere der Plätze in der Innerstadt. Es geht um die Frage, wie viele Veranstaltungen sollen an Barfüsserplatz/Theater, Münsterplatz oder Marktplatz das Jahr über stattfinden und was sind die Vorgaben? In speziellen Nutzungsplänen (SNuPs) soll das vom Grossen Rat für mehrere Jahre festgeschrieben werden. Mit bestimmt auch Dauer, Beschallungsintensität und ähnliches.

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Spezielle Nutzungspläne aufgelegt

Als erste in einer ganzen Reihe sind nun die speziellen Nutzungspläne oder sNuPs  für die drei Innerstadtplätze Barfüsser-, Markt- und Münsterplatz aufgelegt. Sie stützen sich auf das neue Gesetz über die Nutzung des öffentlichen Raums NöRG und sollen “die Bespielung auf öffentlichen Plätzen der Basler Innenstadt verbindlich und transparenter als bisher regeln”. Die Dokumente können bei der Allmendverwaltung an der Rittergasse 4 (siehe Plan)

Rittergasse 4
eingesehen werden, sie sind aber auch im Internet abrufbar. Weil diese Pläne neu vom Grossen Rat beraten und definitiv beschlossen werden, sind auch entsprechende Grossratsbeschlüsse entworfen.

Allgemeines zum ganzen Vorgehen in Sachen sNuPs, sowie die Entwürfe zu drei Grossratsbeschlüssen und Perimeterpläne finden sich hier

Die Pläne sind bis zum 15. Januar aufgelegt.

Der Quartierverein Lääbe in der Innerstadt hat zur Ausgestaltung der neuen Regeln, die künftig ja auch Bewohnerinnen und Bewohner der Innerstadt betreffen, sechs Postulate formuliert. Sie sind hier im nächsten Beitrag  finden.

Neue Nutzungspläne für Barfüsser-, Markt- und Münsterplatz: Das meint der Quartierverein Innerstadt

Am  2. Dezember 2015 wurden die speziellen Nutzungspläne (sNuP) für Barfüsserplatz, Münsterplatz und Marktplatz sowie die entsprechenden Entwürfe für Grossratsbeschlüsse aufgelegt. In den sNuPs soll künftig – neu gestützt auf das Gesetz über die Nutzung des öffentlichen Raums (NöRG) –  geregelt werden, was auf diesen drei Plätzen der Innerstadt an Veranstaltungen und Nutzungen unter welchen Bedingungen möglich sein soll. Die sNuPs lösen die früheren Bespielungspläne ab und werden neu vom Grossen Rat beschlossen.

emanuel - dagmDer „Quartierverein Lääbe in der Innerstadt“, der als Neutraler Quartierverein die Anliegen der Innerstadtbewohnerinnen und -bewohner vertritt, hat sich an einem vorausgehenden Dialog am 3. September im „Fauteuil“ beteiligt und präsentiert eine Reihe von Vorschlägen, wie man bei diesem Thema verfahren und was man berücksichtigen sollte:

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Stellungnahme und Lösungsvorschläge
Der Quartierverein „Lääbe in der Innerstadt“ wurde vom Bau- und Verkehrsdepartement eingeladen, am 3. September 2015 an einem Dialog über die speziellen Nutzungspläne (sNuP) Barfüsserplatz, Marktplatz und Münsterplatz teilzunehmen. Drei Vorstandsmitglieder nahmen die Gelegenheit wahr, sich zu informieren und zu den Entwürfen zu äussern. Der Dialog war gut konzipiert und könnte wegleitend sein für künftige Mitwirkungsprozesse. Vorausgesetzt allerdings, dass die Veranstaltung nicht blossen Alibicharakter hatte, sondern Betroffene überzeugt werden, dass sich die Verwaltung auch ernsthaft mit ihren Anliegen auseinandersetzt.
Das Bau- und Verkehrsdepartement ist gegenwärtig daran, die drei sNuP im Lichte der Ergebnisse des Dialogs zu überarbeiten. Der Quartierverein hat es nicht versäumt, als Vertretung der Innerstadtbewohner/innen, nochmals an unsere Anliegen zu erinnern und Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Folgende Massnahmen wurden angeregt:

  1. Die geschwächte Rechtsstellung betroffener Anwohner muss kompensiert werden
    Gemäss § 44 Abs.2 a Gesetz über die Nutzung des öffentlichen Raums (NöRG) können Anwohner, die von einem (oder mehreren) sNuP betroffen sind und ein schutzwürdiges Interesse haben, bei der öffentlichen Planauflage Einsprache erheben. Ist ein sNuP indessen einmal erlassen, sind keine Einsprachen gegen einzelne Veranstaltungen mehr möglich. Die SNuP haben also präjudizielle Wirkung. Die Rechtsstellung der Anwohner wird dadurch eindeutig geschwächt. Das genannte Ziel „Rechtsklarheit für Betroffene“ ist unseres Erachtens Augenwischerei.
    Als Kompensation für die geschwächte Rechtsstellung der Anwohner regen wir an, dass diese in der künftigen Kommission für Veranstaltungen auf öffentlichem Grund (KVÖG) bzw. ihrer Nachfolgerin repräsentativ und paritätisch vertreten sind (vgl. 6 unten).
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  2. Es muss gewährleistet sein, dass die Nutzungen im öffentlichen Raum stadtweit besser verteilt werden
    Die sNuP sollen offenbar etappiert im Grossen Rat behandelt werden. Den Anfang machen Barfüsser- Markt- und Münsterplatz. Die sNuP sehen vor, die Nutzungsintensität in der Innenstadt auf sehr hohem Niveau zu zementieren oder gar zu steigern, ohne dass zu diesem Zeitpunkt geprüft werden kann, wo andernorts Entlastung möglich ist. Eine gesamtstädtische Schau fehlt in diesem poltischen Prozess. Dieses Verfahren widerspricht dem anlässlich der Erarbeitung des Entwicklungsrichtplans geäusserten Ziel, die Nutzung stadtweit besser zu verteilen und gewisse Orte der Innenstadt von der Ansiedlung bewilligungspflichtiger Nutzungen zu entlasten
    Wir regen deshalb an, dass alle sNuP im Grossen Rat in einem Gesamtpaket behandelt und beschlossen werden. Wir meinen auch, dass die sNuP und die Verteilung der Nutzung im gesamtstädtischen Raum periodisch überprüft und neuen Entwicklungen der Kulturszene (neue Veranstaltungsorte) angepasst werden sollten – ein erstes Mal spätestens nach drei Jahren. Nur so können die Belastungen mit öffentlichen Veranstaltungen stadtweit laufend austariert werden.
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  3. Die Innerstadt darf nicht noch stärker mit Veranstaltungsimmissionen belastet werden
    Es erfüllt uns mit Sorge, dass die zur Diskussion gestellten sNuP für die Innerstadt eine noch intensivere Nutzung der drei Innerstadtplätze zulassen. Die Innerstadt ist schon heute bis an die Grenze der Zumutbarkeit mit Veranstaltungslärm und –dreck belastet. Ob die geltenden Bespielungspläne wirklich so „bewährt“ sind, dass sie als Muster für die künftige Bespielungspraxis dienen sollten, darf hinterfragt werden. Es ist nämlich anzunehmen, dass bei Veranstaltungen Lärmklagen unterlassen werden, weil Bewilligung vermutet wird und sowieso keinerlei Erfolgsaussicht besteht. Das Ausbleiben von Lärmklagen kann daher nicht als Beweis für allseitige Zufriedenheit mit dem „Erfolgsmodell“ einer „bewährten“ Bespielungspraxis interpretiert werden.Die Lösung angesichts des zunehmenden Veranstaltungsdrucks ist unsers Erachtens nicht in einer noch intensiveren Nutzung der Innerstadt sondern in einer besseren Verteilung zu suchen (vgl. Punkt 2). Wir plädieren dafür, die sNuP an der bisherigen effektiven Auslastung zu orientieren, das heisst die Kontingente zu reduzieren. Überschiessender Nutzungsdruck muss an anderen Veranstaltungsorten aufgefangen werden.Im Weiteren regen wir an, dass bei der Vergabe der Kontingente auch der Verhaltenslärm der Besucher nach einer Veranstaltung und der Reinigungslärm in Rechnung gestellt werden. Bei der Zumessung von Kontingenten und/oder mittels einer Korrektur der jeweiligen Perimeter ist zu berücksichtigen sind auch Mehrfachbelastungen, wie sie beispielsweise die Anwohner am Barfüsserplatz (Barfüsser- und Theaterplatz) oder am Münsterplatz (Münsterplatz/Rhein) ausgesetzt sind. Schliesslich meinen wir, dass Skalierung für die zeitliche Verteilung der Kontingente angepasst werden müsste; wir schlagen vor: Tag bis 20:00 Uhr, Nacht ab 20:00h, 22:00h, 24:00h, 02:00h.
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  4. Die sNuP sollten sich zum Entsorgungskonzept äussern
    Littering und wildes Urinieren sind leider notorische Begleiterscheinungen von Veranstaltungen im öffentlichen Raum. Sie waren auch anlässlich des Dialogs ein vorherrschendes Thema. Die teilweise ungelösten Entsorgungsprobleme schmälern die Akzeptanz der Anwohnerschaft. Wir regen an, dass die sNuP verbindliche Anforderungen an ein Entsorgungskonzept enthalten.imageGut vorgesorgt: Stadtlauf und Weihnachtsmarkt.
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  5. Die Frage der Qualität: eine Veranstaltung soll mit der Funktion eines Ortes kompatibel sein und sich an qualitativen Mindeststandards messen lassen
    Zwar ist gemäss Beschluss des Grossen Rats i.S. NöRG der Zweck einer Veranstaltung kein Bewilligungskriterium, solange die Nutzungsintensität einem sNuP entspricht. Anlässlich des Dialogs wurde hingegen sowohl seitens der Anwohnerschaft als auch der Veranstalter häufig ins Feld geführt, dass die „Qualität“ einer Veranstaltung im Rahmen des Bewilligungsverfahrens berücksichtigt werden sollte. Wir teilen diese Auffassung.
    Wir regen deshalb an, dass sich die sNuP an der Funktion eines Platzes gemäss Entwicklungsrichtplan orientieren müssen und dass die Funktion eines Veranstaltungsortes auch redaktionell in die sNuP integriert wird.Es ist uns bewusst, dass es schwierig und unrealistisch ist, Qualitätskriterien zu definieren, an denen sich eine Veranstaltung messen lassen muss. Wir meinen aber, dass eine Veranstaltung mit der Funktion eines Platzes kompatibel sein und in kultureller Hinsicht qualitativen Mindeststandards genügen muss. Erst dann liegt eine Veranstaltung im öffentlichen Interesse und nicht nur in demjenigen des Veranstalters. Ob diese Mindeststandards eingehalten sind, müsste die Kommission für Veranstaltungen auf öffentlichem Grund KVöG bzw. ihre Nachfolgerin beurteilen.
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  6. Es braucht weiterhin eine „Kommission für Veranstaltungen auf öffentlichem Grund“ KVöG, allerdings mit paritätischer Interessenvertretung
    Die KVöG wurde zum Management von Konflikten zwischen Veranstaltern und Anwohnern eingesetzt; sie spricht im Bewilligungsverfahren in beratender Funktion Empfehlungen aus. Am Dialog wurde angeregt, dass es weiterhin eine Kommission mit diesem Auftrag geben soll, in denen künftig aber auch Interessenvertreter Einsitz nehmen sollen. Wir unterstützen dieses Anliegen, legen aber Wert auf eine paritätische Vertretung der Anwohner (vgl. 1 oben).

 

2015: Brief des Vorstands an die Mitglieder

Diesen Brief haben wir Mitte Januar per Post an unsere Mitglieder verschickt.
Er resümiert, was uns beschäftigt hat und beschäftigen wird.

Jubiläumsjahr 2015, im Januar

Liebe Mitglieder des Quartiervereins „Lääbe in der Innerstadt“
Liebe Innerstädterinnen und Innerstädter* von Grossbasel

Ein neues Jahr hat angefangen und es wird schon darum ein ganz besonderes Jahr, weil 2015 unser Quartierverein zwanzig Jahre alt und damit auch nach früherem Recht endgültig volljährig wird. Das werden wir feiern. Vieles hat sich seit 1995 verändert. Manches hat sich deutlich verbessert. Aber wir müssen in Bewegung bleiben, damit wir nicht zurückfallen. Es gibt immer viel dafür zu tun, dass unsere Innerstadt lebens- und liebenswert bleibt. Selbstverständlich ist das nicht. Heute sind wir als Organisation, die die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner vertritt, aber auch intime Kenntnisse des Quartiers und seiner Probleme mitbringt, anerkannt und Gesprächspartner der Verwaltung.

Vieles hat sich geändert, aber eines bleibt auch dieses Jahr gleich: Dem ersten Schreiben an unsere Mitglieder legen wir wieder einen Einzahlungsschein bei, mit dem Sie ihren Beitrag überweisen mögen. Wir danken herzlich.

Neues Verkehrskonzept in Betrieb

Nach jahrelangem politischem Hick-Hack und mit einigen Abstrichen ist nun die fussgängerfreundliche Innerstadt seit Anfang 2015 endlich auf dem Weg in die Realität. Erste Erfahrungen werden gemacht, an manches muss man sich noch gewöhnen. Auffallend ist, dass viele sagen, die Stimmung in der Stadt ändere sich positiv zu mehr Gelassenheit und weniger Hektik. Die Fussgängerinnen und Fussgänger sind im Begiff zu lernen, die ihnen zur Verfügung stehenden Flächen sorgloser in Besitz zu nehmen.

Zugegeben, es ist auch für BewohnerInnen nicht ganz einfach, sich im neuen Verkehrskonzept auszukennen. Bin ich nun in der Begegnungszone? Oder bereits in der Fussgängerzone ? Oder schon in der Tempo-30-Zone angekommen? Es wird sicher noch eine Weile dauern, bis in der kleinräumigen Innerstadt die neuen Signalisationen richtig gelesen und vor allem auch von Auswärtigen befolgt werden. Ohne regelmässige Kontrollen durch die Polizei wird das nicht zu haben sein.

Erste Nachbesserungen am Konzept

Auch wir als Innerstadtbewohner- und bewohnerinnen müssen mit den neuen Regeln umgehen. Aus den Reihen unserer Vereinsmitglieder ist bereits Kritik am neuen Konzept in den Fussgängerzonen eingegangen: Alle Altstadtgassen wie das Toten-, Keller- oder Imbergässlein und andere, welche „nur“ zu Fuss bedient werden können, sind nach dem Gesetz logischerweise Fussgängerzonen. So weit so gut. Die Anlieferung in diese Gassen hat gemäss Verordnung aus den Fussgängerzonen in der Talstadt zu erfolgen. Es müssen also alle Anlieferungen, ob am Morgen oder als Ausnahme während der Sperrzeiten, die vielen Treppen hochgeschleppt werden, was sehr anstrengend und umständlich ist. Für die BewohnerInnen, Läden etc. in diesen Gassen müsste die Anlieferung aus praktischen Gründen wahlweise auch von der Begegnungszone aus erfolgen dürfen, in diesem Falle über den Nadelberg. Wir meinen die Verordnung lässt diesen Spielraum zu. Wir werden unser Anliegen in die „Begleitgruppe Fussgängerzone“ der Verwaltung einbringen, wo wir durch Peter Strub vertreten sind, und hoffen auf den viel gepriesenen „gesunden Menschenverstand“.

Erfahrungen teilen
Der Vorstand will seine Rolle als Ansprechpartner und Vermittler wahrnehmen und bittet die Mitglieder, ihm mitzuteilen, welche Erfahrungen mit den neuen Regeln gemacht werden. Schreibt doch per Mail an
info@qv-innerstadt.ch oder per Brief oder Karte an die Präsidentin Dagmar Vergeat, Imbergässlein 31, 4051 Basel. Wir werden dann zusammenfassen und berichten.

Poller-Test geht nach Ostern in Betrieb

Nach Ostern werden die mechanischen Sperren (Poller) am oberen Spalenberg als Teststandort in Betrieb genommen. Über den Strich-Code auf den Kurz- oder Dauerbewilligungen wird den berechtigten FahrzeuglenkerInnen via Lesegerät an der Bedienungs-Säule auch während der Sperrzeiten die Zufahrt möglich. Im Notfall kann an dieser Säule mittels Gegensprechanlage auch direkter Kontakt mit der Polizei aufgenommen werden. Verläuft die Testphase positiv, wird die Regierung auf Grund der gemachten Erfahrungen einen Ratschlag für ein flächendeckendes Poller-System für die ganze Innerstadt ausarbeiten und diesen dann dem Grossen Rat zur Genehmigung vorlegen.

Das Gestaltungskonzept Innenstadt

Vor drei Jahren hat ein holländisches Planungsteam den Wettbewerb für das Gestaltungskonzept Innenstadt gewonnen. Seit dem ist es um dieses Projekt still geworden. Nun endlich hat die Regierung im Januar 2015 das Gestaltungskonzept Innenstadt auf der Grundlage des Wettbewerbs zuhanden des Grossen Rates verabschiedet und das entsprechende „Planungshandbuch“ zur verbindlichen Grundlage erklärt. Für die Umgestaltung diverser Strassen und Plätzen in der Innenstadt und die Sanierung der Werkleitungen im Untergrund, werden beim Grossen Rat eine Rahmenausgaben-bewilligung von 23,5 Mio. Franken beantragt. Diese Umgestaltungen und Leitungssanierungen sollen in Etappen bis 2021 realisiert werden. Zudem wurde noch ein Planungskredit von 2,0 Mio. Franken zur Durchführung von Wettbewerben und Vorprojekten beantragt.

Bitte kein Weiterbasteln am Flickwerk

Seit der Einführung der Fussgängerzone im Januar 2015 ist der Nachholbedarf der Oberflächengestaltung diverser Innerstadtstrassen wegen der obsolet gewordenen Trottoirs noch augenfälliger. Die neuen Oberflächengestaltungen in der ganzen Innenstadt würden besser in einem „Aufwisch“ erfolgen und nicht wie geplant etappenweise. Es dürfte nicht sein, dass die FussgängerInnen erst in zehn Jahren den gewonnenen Lebensraum wieder für sich zurückerobern.

Nutzung des öffentlichen Raums

Gut möglich, dass die Innerstadt durch ihre neuen Vorzüge oder eben auch stärker hervortretenden Mängel neue Nutzungen oder temporäre Verbauungen anlockt. Darum werden genau hinsehen müssen, wie das im Herbst letzten Jahres verabschiedete Gesetz zur Nutzung des öffentlichen Raums – auch als NöRG bekannt – umgesetzt wird. Da wird es um die Gestaltung des „gesteigerten Gemeingebrauchs“ des öR (öffentlichen Raums) gehen. Wir finden bedenklich, dass die Bespielungspläne, die regeln, was wo stattfinden soll, nicht mehr ihre Funktion als Informationsmittel erfüllen, sondern versteckt sind und es schwierig geworden ist, Termine und dazu vergebene Veranstaltungen zu finden. Es werden keine spezifischen Angaben mehr zu den Events gemacht. (Immerhin kommen die Nutzungspläne in den Grossen Rat und sind referendumsfähig.)
Auf solche Dinge wollen wir ein Auge haben und gestaltend mit- und einwirken.

Kommt in den Vorderen Orient: Der QV-Hock ist gut gestartet

Für den Austausch von Ideen sowie Erfahrungen beim „Lääbe“ in der Innerstadt steht jetzt der neu gestartete QV-Hock zur Verfügung. Ein Versuch, der gut angelaufen ist. Die ersten drei unterschiedlich zusammengesetzten Treffen mündeten in muntere Diskussionen. Die Hocks finden in dem von Dagmar Vergeat zur Verfügung gestellten sehenswerten Lokal im „Vorderen Orient“ am Pfeffergässlein jeweils ab 19 Uhr statt. Man kann auch nur kurz vorbeikommen. Statt wie anfänglich nur am Montag sind nun verschiedene Wochentage im Angebot, damit alle mal Gelegenheit haben, dabei zu sein, ohne Pfyffer- und Trommelstunden etc. schwänzen zu müssen.

Die neuen Daten bis zur GV sind:

4. Februar (MI), 17. März (DI), 13. April (MO), 5. Mai (DI) – immer 19 Uhr

Blog und Facebook

Nach einer Sendepause aktivieren wir versuchsweise unseren Quartiervereinsblog wieder neu. Der Blog (ein „Webtagebuch“) erscheint auf der Website des Quartiervereins http://www.qv-innerstadt.ch und ist auch über http://www.innerstadtblog.ch zu erreichen. Chasper Knapp ist unser Webmaster und sorgt verdankenswerterweise dafür, dass der Blog funktioniert. Schauen Sie rein und machen Sie mit.

Wie es sich heute gehört, nutzen wir auch Soziale Medien. Auf Facebook führen wir eine Gruppe QV-Lääbe in der Innerstadt. Wer Mitglied bei Facebook ist, kann sich da leicht beteiligen. Man kommt aber auch ohne aus.

GV am 3. Juni
Wir freuen uns, dass Sie unseren Verein mit ihrer Mitgliedschaft und Teilnahme unterstützen. Am 3. Juni werden wir wieder unsere GV abhalten und hoffentlich mehr darüber berichten können, was wir zum Jubiläum veranstalten wollen. Wenn Sie eine Idee dazu haben, sollten Sie die nicht für sich behalten, sondern mit uns teilen. Noch ist vieles offen.

Mit herzlichen Grüssen

Der Vorstand

 

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* Während die Verwaltung und die politischen Gremien von Innenstadt sprechen und damit auch den Kern von Kleinbasel mitmeinen, reden wir von Innerstadt und meinen damit unser Quartier der Altstadt auf der Grossbasler Seite. Auch die Interessengemeinschaft der “Detaillisten, Gastronomen und Hoteliers, von Kultur- und Freizeitbetrieben, Hauseigentümern und Dienstleistern Ladenbesitzer organisiert sich als Pro Innerstadt.

So weit das Auge reicht…

Jetzt muss man ihn noch geniessen, diesen Platz. Es hat zwar noch Baumaschinen und -material vor dem Münster, aber man sieht trotzdem, was wir an diesem Platz haben. Wir haben an einem einfachen Werktagnachmittag rund 150 Leute auf dem Platz gezählt, wandernd. Was nichts anderes heisst, als dass möglicherweise über einen ganzen Tag viele Hunderte, oder einige Tausende den Platz besuchen. Zudem hat es den ISAAK mit dem lauschigen, bambusumstandenen und baumbeschatteten Hof im Humanistischen Gymnasium (vulgo Gymnasium am Münsterplatz) und das MUSEUMSBISTRO beim Museum der Kulturen mit einem hübschen Hof dazu. Wer je wieder von einer Buvette zu schwärmen beginnt…

In der Bauabschrankung in der Mitte des Bildes befindet sich die neu angebrachte und möglicherweise noch nicht sattel(schlepper)feste neue Platte für den Römer Sodbrunnen, den wir hier mit dem Schatten einer tragenden Stütze des Quartiervereins Lääbe in der Innerstadt abbilden.

Einig sind wir uns auch hier: Es ist schön, im Juli in Basel zu sein. Tattoo, Tattäää!

Münsterplatz von ehedem

Auf diesem Bild der Archäologischen Bodenforschung, das gleich neben dem Haus zur Mücke im Keller bei römischen Mauerresten und Grabsteinen steht, sieht man, dass der Münsterplatz schon früher diese mächtigen Dimensionen hatte. Die Römerstrasse neben dem etwas breiter als heute strömenden Birsig führte nach Strassburg und heisst heute Freie Strasse.